Workshop – Hafenkran in 1:160 – N Scale Dockside Crane

Für meine Modellbahn habe ich mich für ein maritimes Anlagenthema entschieden. In meiner Wahrnehmung prägt nichts so sehr das Bild eines Hafens wie dessen Krane und Verladeanlagen.

Die geplanten Hafengebiete und Industrien sollen daher entsprechende Kranmodelle erhalten.

Der aktuelle Zustand des Modells

Es gibt vergleichsweise günstige Modellbausätze von verschiedenen Kranen in Spur N von NoBa-Modelle:

Wenn man bedenkt wie komplex die Modelle wirken, erscheint der Preis angemessen.
Aber wenn man zusätzlich bedenkt, dass diese Modelle aus dem 3D-Drucker kommen, dann regt sich in mir der Wunsch meinen eigenen Kran zu erschaffen und zu drucken.

Ein Doppellenker-Wippdrehkran (Double Jib Level Luffing Crane) zeichnet sich dadurch aus, dass die Spitze des Auslegers beim Ausfahren die Höhe beibehält. Containerspreader, Greifer oder Kübel lassen sich so parallel zur Oberfläche nahezu horizontal verschieben um z.B. die Bunkeröffnung des Schiffs, das Containerchassis eines LKW oder Wagons oder den Trichter (Hopper) der Transportbänder im Bulk-Hafen leichter anzufahren. Dies ermöglicht dem Kranführer zudem auf halbautomatische Abläufe – wie zum Beispiel auf frei definierbare Endpositionen – zurückzugreifen, wenn der Kran diese Option bietet. Ferner schwingt das Ladegut weniger während der Kranbewegungen, da die freie Länge des Hubkabels geringer ist als her herkömmlichen Krankenhaus.

Kurzum: Ich will Krane. Doppellenker-Wippdrehkrane. Wer hat sich diesen Begriff erdacht? Muss in einer Bezeichnung wirklich jede Eigenschaft genannt werden? Egal. Es gibt t diese Krane bereits seit mehr als 80 Jahren (1930).

Da aktuell der Umbau meines Druckers ansteht, werden in den nächsten – geschätzt – 2 Wochen keine produktiven Drucke entstehen sondern Zubehörteile für den Drucker.

Die Druckzeit kann ich also in die Konstruktion der Modelle investieren.

Da ich das Rad ungern neu erfinde, habe ich das Internet nach geeigneten Modellen abgegrast. Auf https://cgtrader.com habe ich ein einfaches Bundle mit diversen Kranen für 12,-€ bezogen, aus dem ich mir Vorlagen für den Eigenbedarf erstelle.

Mein Kranmodell

Mindestens einen Kran werde ich jedoch nach dem Prinzip des Doppellenker-Wippdrehkrans erstellen und frei nach diesem Vorbildfoto eines 20t Doppellenker-Wippdrehkrans im Hafen von Rostock konstruieren. Dieser wurde noch vom VEB Kranbau Eberswalde gebaut und hat je nach Stellung des Auslegers eine
Tragkraft von bis zu 12,5t bei maximal 32m Auslegerreichweite bis hin zu einer Tragkraft von maximal 20t bei bis zu 16m Auslegerreichweite.

Heute Nacht habe ich etwas Zeit und ich plane die ersten 3D-Modellierarbeiten zu diesem Projekt durchführen. Das Doppellenker-Wippsystem wird dabei den Anfang machen.

Doch bevor ich damit anfange noch ein paar Worte zum Plural von Kran. Heißt es nun Krane oder Kräne? Die korrekte Antwort ist: beides.
Geläufig und umgangssprachlich wird Kräne verwendet. In der Fachsprache wird eher Krane verwendet. Da ich nicht vom Fach bin, bitte ich zu entschuldigen, dass es mir völlig egal ist. Ich verwende einfach Krane wenn ich einen Baubericht über einen Kran schreibe und Kräne wenn ich nur so über Krane spreche. 😉

Die 3D-Druckvorlage

Der Kran hat kein konkretes Vorbild, aber er soll möglichst realistisch und wo möglich als Funktionsmodell konstruiert werden. Zumindest das drehen des Auslegers und das Heben und Senken des Hebezeugs kann ich mir vorstellen.
Das Ausfahren und Einfahren des Wipplenkers von Hand ist bereits im Modell realisiert. Auf der Unterseite der Motoratrappe befinden sich fünf Rasten um den Kranausleger in verschiedenen Positionen einhängen zu können.
Das Bauteil wird vermutlich aus Messing gefertigt, da es großen Belastungen ausgesetzt sein dürfte, zumindest wenn mein Plan fehlschlägt den Doppellenker Wippmechanismus funktionsfähig zu gestalten, was ein Füllen des Gegengewichtes mit Bleischrot beinhaltet.

Auf dem Bild unten ist der Hafenkran bereits recht gut zu erkennen. Er wird jedoch noch ein moderneres Untergestell erhalten.

 


Das folgende Bild zeigt das Modell mit dem neuen Unterbau.
Der obere Wipplenker hat zudem eine offene Konstruktion erhalten über deren finale Ausarbeitung ich mir noch nicht im Klaren bin. Bei der geschlossenen Kastenbauweise würde der Laufsteg zur Kranspitze seitlich am Wipplenker entlang führen. Bei der offenen Bauweise könnte ich diesen auf dem Wipplenker setzen. Allerdings wirkt die offene Bauweise etwas “altbacken” und erinnert mehr an Gittermastkrane.

Recherche

Ein interessantes Thema. Habe mir aus der Bibliothek der Technik mal folgende Fachliteratur besorgt (keine 10 Euro online).In Englisch verfasst und mit vielen hilfreichen Informationen versehen vermittelt das Büchlein einige technische Daten, die mich die Konstruktion meines Krans haben überdenken lassen. Darüber hinaus lernt man die genaue (engl.) Bezeichnung der Kranbestandteile kennen.
Der geplante Kran soll nun sehr nah am Vorbild des Ardelt Tukan M1000 angelehnt sein und einige von dessen Kern-Designelementen in vereinfachter Form aufweisen. Da ich im Moment noch lese/recherchiere, stehen noch nicht alle Features fest.
Die Zahnstange, die die Auslenkung des Kranarms kontrolliert jedoch wird mindestens für das manuelle verändern von dessen Stellung genutzt werden können ohne dabei unrealistisch zu wirken.