Workshop – Teil 1: Und es wird (vielleicht) doch digitalisiert

Teil 1 – Low Budget DCC-Lokdecoder

Vor vielen Jahren habe ich mich entschlossen meine HO-Loksammlung zu digitalisieren, was mit einigen Kosten verbunden war und vertrat daher unlängst die Meinung, es wäre unerschwinglich, nun auch noch die wachsende N-Flotte zu digitalisieren. Bis ich vor einer Woche die dafür passenden Dekoder fand.

Ich habe derzeit 16 zu digitalisierende Loks bzw Chassis. Die Kosten pro Lok werden nun selbst mit 10% einkalkuliertem Ausschuß bei deutlich unter 20 Euro liegen.

Ich habe mich für den kleinsten vorverkabelten LAISdcc Decoder Modell 860012 entschieden, der mit einem Stückpreis von 9,95 Euro inkl. Versand daherkommt. Da dieser direkt aus China versendet wird, ist bei Bestellungen übrigens darauf zu achten, unter 22,- Euro Warenwert inkl. Versandkosten zu bleiben, um keine zusätzlichen Einfuhrabgaben entrichten zu müssen. Es gibt einen geringen Freibetrag für Kleinstbeträge. Geschenke von Privat zu Privat sind bis 45,- Euro frei. Darüber fällt für alles bis 150,- Euro 19% Umsatzsteuer an. Und darüber zusätzlich Zollgebüren.

Ich bin erst einmal von 20 Decodern Volumen (200 Euro Kosten) und zwei einkalkulierten DOA Chips (20 Euro Verlust, DOA = dead on arrival, also defekt bei Ankunft) ausgegangen. Ich werde das später bestätigen oder ggf. korrigieren.

LAISdcc 860012 Dekoder

Zum Chip selbst. Der 860012 ist mit PCB-Abmessungen von 14.5mm x 9.2mm x 3mm angegeben, er ist vorverkabelt und mittels Schrumpfschlauch geschützt. Die realen Abmessungen dürften also etwas größer sein.

Der Dekoder verträgt 16V Gleisspannung, 1A Dauerfahrstrom und 2A Gesamtbelastung. Es können max. 2 Funktionen geschaltet werden und es gibt max. 128 Fahrstufen. Lange Adressen werden unterstützt. Der Dekoder soll NMRA-DCC konform sein. Je Funktionsausgang sind 100 mA spezifiziert. Es gibt keinen Verpolungsschutz und keine Kurzschlussabsicherung, was etwas Vorsicht beim Einbau erfordert. Außerdem sollen gerüchteweise die Kabelfarben tlw. nicht der NMRA Konvention entsprechen. Es wird also spannend.

Mein bisher günstigster Dekoder war von TAMS und kostete seinerzeit etwa 25 Euro. Der war etwa doppelt so groß und ich hatte einen Ausfall von fünf Dekodern nach Ablauf der Gewärleistung. Es würde mich überraschen bei diesem Projekt eine längere Lebensdauer zu erreichen.

Das aktuelle Spur-N Lokmaterial wurde gebraucht erworben und liegt im Schnitt bei 35 Euro Anschaffungspreis. Rechne ich den Dekoder mit 10% Preisaufschlag für den zu erwartenden Ausfall hinzu, so komme ich auf 46 Euro je Digital-Lok. Selbst mit Farbe und Decals sowie Microsoft Trains Kupplungen, SMD LEDs, SMD-Widerständen und Detailbauteilen sollte ich bei unter 60 Euro je Lok liegen. Immer noch sehr günstig, wie ich finde.

Sobald die Dekoder eintreffen, stelle ich die einzelnen Umbauprojekte der Reihe nach vor. Den Anfang mache ich mit zwei Bachmann Spectrum EMD SD40-2 und zwei Atlas/Kato Alco RS-1.

Später – bei Erfolg – folgen in zwei Schüben jeweils fünf weitere Loks. Die zweite Runde machen dann die Kato SD40-2, eine Kato EMD F3 A-B Einheit (2 Decoder, ich hoffe hier noch eine passende A-Unit zu bekommen) und zwei DIY GE 65-tonner auf Kato Chassis.

Die dritte Runde geht an eine Life-Like Proto/Brawa Alco FA1 A-B-A Einheit (2-Decoder). Es stehen außerdem noch einige Selbstbau-Loks zur Auswahl, über die ich mir später gedanken mache. Ich werde berichten.

Infos und Dokumentation

Weitere verwandte Links

Fotos und weitere Infos erfolgen, sobalt die Dekoder eingetroffen sind.