Workshop – 3D Printed N-Scale PS-2CD 4,427cf Covered Hopper

Im Jahr 1966 stellte der Wagonfabrikant Pullman-Standard eine hochbordige Version seines beliebten Covered Hopper (gedeckten Schüttgutwagen) mit einem Ladevolumen von 4427cf vor (ca. 125,4 Kubikmeter). Der Wagon war konzipiert worden, um größere Mengen Schüttgut mit mittlerer Dichte wie z.B. Getreide, Kaliumkarbonat, Salz oder Sojabohnen zu transportieren und dabei noch innerhalb der Lichtraummaße der AAR-Plakette “B” zu bleiben. Hier ein Vorbildfoto des geplanten Modells.

Foto des 1:87 Modells

Die Neukonstruktion erwies sich mit 26000 Einheiten, die an dutzende Eisenbahngesellschaften ausgeliefert wurde, als sehr erfolgreich. Die größten Abnehmer waren die Santa Fe mit 3900 Wagons und die Rock Island mit 1750 Wagons. Selbstverständlich haben sich auch einige dieser Wagons im Roster meiner fiktiven BC Northern Railway Homepage wiedergefunden.

Das final Modell

Dieser Wagon ist das erste Modell, dass ich speziell für den Anycubic Photon DLP-Drucker konstruiere und ich bin sehr gespannt. Achsen und Drehgestelle sind ebenfalls als Druckmodelle vorgesehen, wobei ich eventuell noch ein feiner ausgestaltetes Modell fertige. In das Modell sind Kupplungsschächte für Microtrains-Kupplungen integriert. Hoffentlich passt alles. 😉

Zum Vergleich hier ein Foto meines früheren Covered Hoppers, den ich für das FDM-Druckverfahren konstruiert hatte.

Folgende Unterschiede und Gemeinsamkeiten lassen sich erkennen.

  • Es handelt sich um Rib-Side Aufbauten mit je 13 Rippen zur versteifung des Aufbaus.
  • Beide haben drei Hopper (Schüttgutbehälter) mit Schiebeauslässen.
  • Der neu Hopper hat eine höhere Aufbau-Unterkante, die ihm die Bezeichnung High-Side Covered Hopper eingebracht hatte.
  • Das neue Modell hat voll ausmodellierte Schütgutbehälter, so das die Form der Schütgutauslsse mit den darüberliegenden Behältern übereinstimmen.
  • Der neue Wagon orientiert sich an Vorbildfotos, dem hervorragenden Proto 2000 HO-Modell von Life Like (Walthers) und einer Zeichnung.

Erste Druckergebnisse


Ein besseres Foto folgt. An diesem Modell ist alles aus dem 3D-Drucker außer den vier Radsätzen. Es sind außerdem nur vier Teile. Hauptaufbau, Dach und die beiden Drehgestellrahmen. Es wurden lediglich drei Grate zwischen Dach und Aufbau weggefeilt und die Bohrungen für die Drehgestelle aufgeweitet. An sonsten zeigt das Foto den Wagon so wie er aus dem Drucker gekommen ist.

Leider sind mir beim Entfernen der Supportstruktur und beim entgraten einige Stangen gebrochen. Diese waren im Druck jedoch vollständig. Hier muss ein feinerer Flush-Cutter angeschafft werden. Das folgende Bild zeigt die Stellen:

  1. Roofwalk-Support verbogen (Merke: Vor dem Aushärten zurückbiegen)
  2. Leiter und Rahmen gebrochen (Merke: Vor dem Aushärten zurückbiegen)
  3. Trittstufe einseitig gebrochen (Lösung: Feineres Werkzeug verwenden)
  4. Trittstufe herausgebrochen (Lösung: Feineres Werkzeug verwenden)
  5. Auf dem Bild nicht zu sehen (Rückseite): ein kleines Stück ist aus der unter der hohen Aufbaukante verlaufenden Bremsleitung ausgebrochen.

Was nicht geklappt hat ist das Detail der Bremsanlage (Dreiwege-Ventil und Drucktank) über dem vorderen Drehgestell. Hier ist auf den ersten Block nur ein Klumpen zu erkennen. Das Bremsrad, Bremshebel und Bremszylinder, sowie die filigranen Luftdruckleitungen und das Belremsgestänge hingegen sind gut gelungen.

Lessons Learned


Der Wagon lässt sich in einem Stück drucken (genauer in zwei). Einige Elemente benötigen einmodellierte Stützstrukturen. Diese habe ich so gefertigt, dass sie von einer Bahngesellschaft auch in der Realität hätten ergänzt werden können. Rendergrafiken folgen.

Kleinere Fehler können direkt nach dem Druck, vor der Endaushärtung in der UV-Kammer, erfolgen.
Das Abtrennen der Stützstruktur- (Support-) Kontaktpunkte erfolgt besser nach der Aushärtung mit viel Geduld und scharfen Werkzeug.

Drehgestelle lassen sich sehr gut drucken. RP25-Radsätze dagegen sind eine Herausforderung. Das liegt nicht an der Detailauflösung sondern an der erforderlichen Stützstruktur. Diese befindet sich unter Umständen auf den Laufflächen der Räder. Durch geschicktes platzieren des Modells auf der Druckoberfläche lässt sich dies aber minimieren. Neue Druckergebnisse sind am Wochenende zu erwarten. Das Thema ist komplex genug, um ein eigenes Thema zu rechtfertigen.