Workshop: Gedanken zum Lok-Selbstbau

Mit dem 3D Drucker kam der Wunsch vieles selbst zu machen, dass ich sonst gekauft hätte. Dies erstreckt sich von den eher naheliegenden Projekten (Gebäude, Brücken, Landschaftsgestaltung) über Mwagons und deren Ladung bis hin zu Lokomotiven (bzw. deren Gehäuse).

Für den Bau von Spur-N Lokomotiven gibt es vorgefertigte Chassis von Karin oder Tomytec sowie anderen Anbietern vorwiegend für den japanischen Markt. Offenbar ist es dort nicht unüblich sogenannte Standmodelle nachträglich mit einem Modellbahnchassis auszustatten und auf der Modellanlage einzusetzen.

Diesen Umstand mache ich mir gern zunutze. Allerdings fehlt nun ein Überblick über die verfügbaren Chassis-Varianten und für welche Vorbild-Loks diese genutzt werden können (bzw. für welche Vorbild Lok welches Chassis geeignet ist.

In diesem Artikel versuche ich Antworten auf diese Fragen zu finden…

Eine Liste und Technische Daten zu den gängigen Tomytec Chassis findet sich hier.

Tomytec Chassis Länge Breite Drehgestelle Achsstand Radgröße Achsen Angetrieben Lokmodell
TM-02 92.4mm 15.6mm 60.0mm 14.0mm 5.6mm 4 2  
TM-07R 104.2mm 15.6mm 73.4mm 16.0mm 6.0mm 4 2  
TM-10 96.0mm 15.6mm 66.0mm 14.0mm
5.6mm
4 2  
TM-13R 114.0mm 15.6mm 84.0mm 16.0mm 6.0mm 4 2  
TM-19 89.0mm 13.4mm 60.0mm 14.0mm 5.6mm 4 2  
TM-21 86.0mm 13.4mm 56.6mm 14.0mm 5.6mm 4 2
Kato Chassis Länge Breite Drehgestelle Achsstand Radgröße Achsen Angetrieben Lokmodell
 11-105  58.0mm  15.3mm  32.0mm  11.0mm    4  2  
                 
Lok modell Länge Länge K Drehgestelle Achsstand Radgröße Achsen Angetrieben Chassis
GE 44 ton                
Alco RS-1 51′ (15,54m)
97,16mm
55′ (16,760m)
104,76mm
31′ (9,45m)
59,06mm
9’4” (2,85m)
17,78mm
       
Alco RS-3 51′ (15,54m)
97,16mm
55′ (16,760m)
104,76mm
31′ (9,45m)
59,06mm
9’4” (2,85m)
17,78mm
       
Maßangaben und deren Entsprechungen (imperial, metrisch und im Modell): 1′ (Fuß) = 0,3048m; 1,0m = 39,37” (Inch/Zoll). Im Maßstab 1 : 160 entsprechen 6,25mm im Modell ziemlich genau 1000mm (1 Meter) in der Realitat und 1,0mm im Modell entsprechen 16cm in der Realität. Ein Fuß (1′) in der Realität entspricht ziemlich genau 1,9mm im Modell. 0,3mm im Modell entsprechen knapp 5cm in der Realität. 0,16mm im Modell ensprechen 1” (inch/Zoll) in der Realität (esser handhabbar: 0,32mm entsprechen 5,08cm in der Realität).

Dieselloks und Gas-Elektrische Streckenrangierloks

Mit diesen mithin recht günstigen Chassis besteht die Möglichkeite diverse (kleinere) Lokmodelle nachzubauen. Ich denke da konkretr an die GE 44ton Switcher, die Alco RS-2/RS-2 und EMD SW-1, aber auch an eher ungewöhnliche modelle wie die gas-elektrischen Boxcabs der CN Vorgänger und anderter Gesellschaften.

Hier als Referenz der Baubericht einer Boxcab (extern). Hier einge Vorbildfotos.

Workshop: Schichtdienst, Recherche und eine Drehscheibe

Naja. Wir alle haben unsere Termine und bei mir grätscht die tägliche Arbeit mit Wechselschichten in manche Projekte hinein, so dass Stillstand nicht nur bei den Projekten, sondern auch bezüglich der Updates auf BCNorthernRail.net vorprogrammiert ist.

Dafür benötigt der geneigte Leser bedauerlicherweise Verständnis, denn ändern kann ich es leider nicht. 😉

Recherche

Natürlich ging es dabei um das Lösen von Problemen beim 3D Druck. Und um es vorweg zu nehmen, noch habe ich keine Settings für eine konsinstent gute Druckqualität erarbeitet.

Einer der Gründe dafür ist wohl, das der Tevo Tornado noch nicht so etabliert ist wie ein Makerbot oder der Anet A8. Ein anderer, das sowohl PETG, als auch ABS nicht ganz einfach zu handhaben sind. Warum also drucke ich nicht mit PLA? Die Antwort ist, das mein Bekanntenkreis auf PETG schwört und ich selbst auf ABS. PLA hingegen ist nicht UV oder Hitzebeständig und somit für Modellbau mit bleibendem Charakter m.E. ungeeignet.

Meine letzten Versuche vergangene Woche habe ich mit ABS Filament und einer provisorisch angefertigten Bauraumumhüllung durchgeführt und dabei viel gelernt. Insbesondere das der Druck größerer Modelle in einem Rutsch nicht funktioniert, wenn man die Bauraumtemperatur nicht kontrollieren kann.

Die Geometrie des Druckobjektes spielt selbstverständlich ebenfalls eine Rolle in Bezug auf das Warping und wie stark dieser – hauptsächlich von den Unterschieden der Objekttemperatur abhängige – Effekt ausfällt.

Für ABS scheint die beste Strategie zu sein, möglichst flache Bauteile zu drucken. Eine flächige Ausdehnung des Modells nahe der Druckplatte (wo eine recht gleichbleibende Temperatur herrscht) ist weniger problematisch als dieselbe Ausdehnung in größerer Höhe. Das ist okay. Das ABS möchte ich hauptsächlich für Gebäude-Bausätze verwenden.

PETG

Mein aktuell verwendetes Filament ist PETG und es hat einige recht angenehme Materialeigenschaften, sofern man das Stringing in den Griff bekommt. Stringing tritt auf wenn der Filamentfaden bei Bewegungen über das Druckobjekt zieht. Dies wird normalerweise durch einen passenden Einzug – also zurückziehen des Filamentfadens – verhindert wird, was bei PETG jedoch schnell zum Clogging, also dem Verstopfen Düse, führen kann. Darüber hinaus hält es seine Drucktemperarur länger und ist sehr klebrig. Minimales Stringing ist zudem normal.

PETG ist ein hartelastisches Material mit hoher chemischer und Temperaturbeständigkeit, seine oberfläche ist mit spanenden Rotationswerkzeugen, Feilen und Schmirgelpapier bearbeitbar. Verklebungen mit Cyanacrylat (Sekundenkleber) sind – bei passgenauen Kontaktflächen – sehr haltbar. Herkömmlicher Modellbaukleber oder Haushaltskleber hält nicht. Da ich gewohnheitsmäßig seit meinem Ausbildungsberuf mit Cyanacrylat vertraut bin, habe ich immer etwas davon im Kühlschrank.

Für meinen Tevo Tornado 3D Drucker habe ich aktuell folgende Einstellungen in Cura 3.x hinterlegt:

  • Layerhöhe je nach Objekt 0,1 – 0,25mm (Erste Schicht: 0,2 – 0,3mm)
  • Bett-Temperatur: 75°C (Erste Schicht 90°C)
  • Düsentemperatur: 230°C (Erste Schicht 235°C)
  • Filamentdurchmesser 1,85mm (bei realen 1,75mm, um etwas Unterextrusion zu erreichen)
  • Skirt, 2 Linien um einen stetigen Fluß zu erzielen

Leider habe ich immer noch etwas (viel) Stringing und die Betthaftung auf dem gerade installierten (roten) Austausch- Buildtak des Druckers immer noch sehr stark. Ich werde noch etwas an der Extrusionsrate und an der Druck- wie auch Bett-Temperatur feilen und die Daten aktualisieren.

Drehscheibe

Für meine Spur-N Modulanlage (bzw. Segmentanlage, oder vielleicht noch besser gesagt “zerlegbare, transportable Anlage”) benötige ich eine Drehscheibe, da auf dieser noch etliche Cab-Units laufen, die eine bevorzugte Fahrtrichtung haben (nämlich mit dem Führerstand voraus). Auf dieser Anlage werde ich nicht immer in doppelter oder mehrfacher Traktion fahren, wo wenigstens die erste und letzte Lok dauerhaft mit dem Führerstand in Fahrtrichtung ausgerichtet im Verband bleiben kann, sondern lokale Züge einfach bespannt fahren.

Bei Thingiverse gibt es eine Drehscheibe mit einer ca. 15cm langen Brücke. Das reicht auch für eine EMD E9 Passagier Lok bequem aus. An diese Drehscheibe habe ich mich letztes Wochenende heran gemacht.

Zunächst wollte ich die Brücke auf Messingrollen laufen lassen, anstelle der angedeuteten Rollenböcke mit nicht drehbaren Rollen. Diese Rollen mit zwei Spurkränzen habe ich über Krick Modelbaubedarf erhalten. Mit 4mm Durchmesser sind diese ziemlich filigran und erforderten einen passenden Rollenbock.

Mittlerweile ist die Brücke gedruckt und die drei Bauteile mit Cyanacrylat verklebt. Und da dieses Projekt noch mehr Arbeit erfordert, werde ich die Fortschritte in einem eigenen Blog-Beitrag behandeln.

Workshop: Weitere Wagon-Modelle

In den vergangenen Tagen habe ich versucht geeignete 3D-Modelle für meine Modellbahn zu finden. Doch da das was ich mir vorgestellt habe nicht verfügbar war, habe ich mir eigene Modelle in Blender erstellt.

62ft Woodchip Gondola

Dieser Wagon hat seinen eigenen Baubericht erhalten

50ft Bulkhead Flatcar

Auch dieser Wagon hat seinen eigenen Baubericht

61ft Bulkhead Flat Car

Das nächste Projekt basiert auf Michael Ebys exzellenten Eisenbahnwagon-Zeichnungen. Die Verwendung der folgenden Abbildung erfolft mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Michael Eby (http://trainiax.net).

 

61ft GSC Bulkhead Flatcar, Copyright 2001: Michael Eby

73ft Centerbeam Flat Car

(BCOL-Vorbild)

Centerbeam Flat Cars dieser Länge waren zu der Zeit/Epoche in der meine Spur-N Anlage angesiedelt sein soll noch nicht verfügbar. So handelt es sich bei diesem Modell mehr oder weniger um Beiwerk, das nebenbei abgefallen ist. In der Abbildung sind noch die falschen Handgriffe zu sehen.

Neue Rendergrafiken folgen in Kürze.